Chronik

Die Geschichte des LPV Sarganserland

Im Jahre 1958 gedachte man der wunderbaren Erscheinungen der Muttergottes in Lourdes, die 100 Jahre zuvor in der Grotte von Massabielle 18-mal erschienen war. In der Grotte, nahe des Flusses Gave, fanden schon bald die ersten Heilungen statt, welche die Welt in Staunen versetzten.

Der damalige Pilgerführer, Pfarrer Emil Gschwend aus Wangs, wandte sich an Josef Richard Rosenkranz aus Sargans, welcher 1959 mit der deutschschweizerischen Wallfahrt nach Lourdes pilgerte, mit der Frage, ob er nicht im Sarganserland einen Lourdespilgerverein ins Leben rufen könnte. Die Beteuerung von Pfr. Emil Gschwend, der Zweck sei die Unterstützung von Kranken, Invaliden und Bedürftigen, um ihnen eine Wallfahrt nach Lourdes zu ermöglichen. Diese Versicherung war für Josef Rosenkranz Auftrag und Verpflichtung zugleich.

Am 9. Februar 1960 fand die Gründungsversammlung statt. Die 16 Anwesenden legten den Grundstein und unterzeichneten eine Liste, welche mit folgendem Text versehen war:

«Die Unterzeichneten beschliessen die Gründung eines Lourdespilgervereins in Anlehnung an die Statuten des Lourdespilgervereins Maria Bildstein und Umgebung unter Vorbehalt von späteren, eigenen Statuten»

Noch am selben Abend wurde der Vorstand, bestehend aus Josef Richard Rosenkranz als Präsident, bestellt. Als weitere Vorstandsmitglieder stellten sich die nachfolgenden Personen zur Verfügung:
Frl. Käthi Bärtsch, Mels, Fr. Margrith Grünenfelder-Peter, Sargans, Frl. Cäcilia Marquart, Mels sowie Fr. Berty Bachmann, Mels.

Bereits am 8. März wurden die einfachen und im Wesentlichen noch heute gültigen Vereinsstatuten entworfen. Nach einer Amtsdauer von zwei Jahren wurde der Vorstand erweitert und neu bestellt. Neu im Vorstand waren vertreten; Hr. Josef Felchlin, Heiligkreuz und Hr. Anton Ackermann aus Mels. Ebenfalls in den Vorstand gewählt wurden Frl. Hedwig Kalberer, Wangs und Hr. Benedikt Ackermann, Vilters. Infolge Wegzug der damaligen Kassierin übernahm von nun an Frl. Käthi Bärtsch dieses Amt.

An der Generalversammlung vom 4. April 1965 im Hotel Schweizerhof in Mels begann Präsident Josef Rosenkranz zum ersten Mal mit der Lichtbilderprojektion in Form einer Tonbildschau. Der erste Vortrag trug den Titel «Erlebtes Lourdes».

Die Jahreshauptversammlung 1966 im Hotel Löwen in Sargans gab dem damaligen Vorstand den Impuls zum Bau einer Lourdesgrotte. Nachdem alle Anwesenden sich in einer Meinungsumfrage für den Bau aussprachen, machte sich der Präsident und Vorstandsmitglied Josef Felchlin mit dem Fahrrad auf die Suche nach einem geeigneten Standort im Raume Sargans und Mels. In der Runggalina in Mels fanden die Beiden einen Fels, welcher von der Festung für den Bau eines Bunkers leicht herausgesprengt wurde. Die Lage entsprach ihren Vorstellungen, fliesst doch, wie in Lourdes, auch hier ein Fluss (Seez) vorbei.

Am 13. Oktober 1968 konnte die Grotte feierlich durch Bischof Josephus Hasler aus St.Gallen eingeweiht werden. (Weitere Details zur Grotte sind in einem separaten Teil aufgegliedert)

Seit dem Bau der Lourdesgrotte wird jedes Jahr am Sonntag, der näher am 15. August liegt, ein Gottesdienst mit Krankensegen durchgeführt.

Was wäre ein Verein ohne eigenes Vereinsbanner. Am Krankensonntag-Nachmittag 1971 konnte an der Grotte die neue Vereinsfahne des Lourdespilgervereins Sarganserland  eingeweiht werden. Als Fahnenpaten standen Frau Margrith Grünenfelder, Sargans sowie Herr Anton Ackermann (Baugeschäft) aus Mels zur Seite. Es zeigte leicht stilisiert das Bildnis der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Sinnbild: «Durch Maria zu Jesus».

Zehn Jahre nach dem Bau der Grotte wurde dem Lourdesverein von der Erbengemeinschaft Zimmermann das ganze Grundstück von über 10'000 Quadratmetern für einen symbolischen  Betrag von CHF 200.–  zum Kauf angeboten. Damit ging ein langersehnter Wunsch, den Felsen und Grottenplatz für immer dem Lourdespilgerverein zu sichern, in Erfüllung.

Am 12. Oktober 1980 konnte Pater Adelhart vom Kloster Mels und Vereinspräses Pfr. Karl Stadler die Kreuzweganlage einweihen. Aus dem Jahresbericht des Präsidenten dürfen wir hier zitieren: «Mit Freude und Genugtuung dürfen wir auf das vergangene Jubiläumsjahr zurückblicken. Statt einer besonderen Festlichkeit hat unser Verein sich mit dem Bau der Kreuzweganlage eine bleibende Stätte des Gebetes und der Besinnung geschaffen, die auch späteren Generationen zur Verfügung stehen wird …»

Für die Erstellung eines Lagerhauses neben der Grotte bewilligten die Anwesenden an der 25. Generalversammlung einen Beitrag von CHF 25'000.– zur Erstellung eines Lagerhauses. Der Standort des Gebäudes wurde dem Verein im Baurecht vom Bund zur Verfügung gestellt.

Der Lourdespilgerverein bemüht sich immer für die Instandhaltung der Anlagen. Viel Arbeit wird immer durch die Verantwortlichen des Grottenunterhaltes erledigt. Aber sehr viel Arbeit ist nicht sichtbar und wird mit viel Liebe und Hingabe im Stillen erledigt. Für die tausenden von Kerzen, die Jahr für Jahr als Opfergabe gespendet werden, ist eine tägliche Reinigung unumgänglich. Unsere GrottenpflegerInnen verdienen den Dank aller für ihren Einsatz bei Regen und Schnee, Kälte und Hitze.

An der Generalversammlung vom 29. März 1998 im Hotel Sternen, Wangs trat Josef Richard Rosenkranz als Präsident ins zweite Glied zurück. Für seine geleisteten Dienste zum Wohle des Lourdespilgervereins Sarganserland wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Gleichzeitig wurde er zum Ehren-präsidenten ernannt. An derselben Versammlung trat ebenfalls Josef Hidber als Aktuar aus dem Vorstand aus. Als Dank für all seine Jahre wurde auch Ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Zum Nachfolger des zurückgetretenen Präsidenten wählte die Versammlung den in Heiligkreuz wohnhaften Jürg Bernasconi. Die glücklichen Worte von Ehrenpräsident Josef Rosenkranz: «Ich bin glücklich, einen solch gewissenhaften Nachfolger im Amt zu wissen.»

Am 26. März 2000 feierten wir in der Pfarrkirche St.Peter und Paul in Mels das 40-jährige Bestehen des Lourdespilgervereins. Zahlreiche Fahnen von anderen Pilgervereinen umrahmten den von Kanonikus Albert Breu gestalteten Festgottesdienst. Mit einem gewissen Stolz durfte auf die vergangenen 40 Jahre zurück geblickt werden, in denen wir Kranken, Invaliden und Bedürftigen mit unserem Verein Hilfe anbieten durften. Während dieser Zeit wurde uns auch die Freude zuteil, dass der Verein zwei Anlagen schaffen konnte, von denen andere Lourdespilgervereine nur träumen können.

Im Anschluss an den Krankentag-Gottesdienst vom 15. August 2004 stimmten die 180 Anwesenden dem, mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft abgeschlossen, Kaufvertrag über den Landerwerb an der Grotte ohne Gegenstimmen zu.

Ebenfalls wurde der Antrag zur Vereinigung aller Grundstücke des Lourdespilgervereins Sarganserland zu einem einzigen Grundstück, angenommen. Noch am selben Abend meldeten sich Gönner des Lourdesvereins und erklärten die Kostenübernahme für den Landerwerb. Mit dem Landerwerb vom Bund ist nun der Lourdesverein auch Besitzer von zwei Bunkern. Diese wurden zweckmässig hergerichtet und können nun als Materiallager genutzt werden.

Nach dem Wegzug unseres bisherigen Präses, Kanonikus Albert Breu hat neu Pfr. Andrzej Kaczor von der Pfarrei Mels dieses Amt inne.

Am 19. Oktober 2006 verstarb unser Gründer und Ehrenpräsidenten Josef-Richard Rosenkranz, der auch beim Verein der Interdiözesanen Lourdeswallfahrt in Uznach als ein bekannter und geschätzter Fotograf bekannt war. War er doch in Lourdes immer mit seinem Fotoapparat anzutreffen und hatte zahlreiche Fotos für die Zeitschrift AVE zur Verfügung gestellt.

An der Generalversammlung 2008 nimmt erstmals in der Geschichte des Lourdesvereins mit Mary Boss eine Vertreterin aus dem Fürstentum Liechtenstein  im Vorstand Einzug.

Am Krankentag-Gottesdienst vom 17. August 2008 durften wir das 40-jährige Bestehen unserer Grotte feiern. Pfr. Stephan Hässig aus Heiligkreuz feierte mit uns dieses Jubiläum. Ihm war es vergönnt, bereits bei der Einweihung der Grotte als Kaplan der Messfeier beizuwohnen.

An der Generalversammlung vom 22. März  2009 wurde Josef Grun für seine verdienstvolle Tätigkeit während 25 Jahren als Kassier zum Ehrenmitglied des Lourdespilgervereins Sarganserland ernannt. Er stellt aber sich aber auch immer für andere Arbeiten an der Grotte zur Verfügung.

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehen des Vereins durfte an der Jubiläums-HV eine neue Vereinsfahne entrollt werden. Sie weicht jedoch gegenüber der ersten Fahne in keinen Werten ihrer Vorgängerin ab, denn mit der grünen Farbe und der stylisierten Muttergottes mit Kind ist sie etwas einmaliges unter den zahlreichen Vereinsfahnen. Als  Fahnenpaten durften Päsident Jürg Bernasconi und seine Frau Yvonne zur Seite stehen.

Nach 14-jähriger Amtszeit als Präsident übergibt an der HV 2012 Jürg Bernasconi sein Amt an Margrit Neuhäusler aus Pfäfers. Sie kennt den Verein bestens. Ist sie doch bereits seit 1987 Ortsverteterin und 2002 wurde sie als Aktuarin in den Vorstand gewählt und hatte seit 2008 das Amt als Vicepräsidentin inne. Zusammen mit Mary Boss führt sie den Verein als Präsidium. Nebst der Ehrenmitgliedschaft wurde dem scheidenden Präsidenten auch der Titel des Ehrenpräsidenten verliehen.

Im Jahre 2013 wurde die Grotte einer Sanierung unterzogen, welche jedoch das erhoffte Ziel nicht erreichte. Weitere Arbeiten in und um das Grottenareal folgten. So wurde der Parkplatz neu gestaltet und die Sitzbänke ersetzt. Diese Arbeiten erfolgten durch freiwillige Helfer in unzähligen Frondienststunden. Mit der Installierung einer neuen Beleuchtung konnten die Arbeiten im Grottenbereich 2017 abgeschlossen werden.

Im Jahre 2018 musste die Grotte aus Sicherheitsgründen einer weiteren Renovation unterzogen werden. So musste der 2013 aufgetragene Spritzbeton total abgetragen werden, da sich dahinter Wasser ansammelte und die Grottendecke an einzelnen Stellen nicht mehr stabil war. In einem Verfahren durch eine im Einzugsgebiet bekannte Firma wurde Entlasstungslöcher zum Abfluss des Wasser gebohrt und die ganze Grotte mit einem Sicherheitsnetz ausgestattet. Darauf wurde wiederum ein Spritzbeton aufgetragen. Hinzu sind noch Entwässerungskanäle am Boden angebracht worden, um so das Wasser aus der Grotte abzuleiten.